Lacrimosa – Hoffnung (Vö. 06.11.2015)

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Hoffnung heisst das neue Album von Lacrimosa. Hoffnung? Keine Sorge, ein gute Laune Album ist auch dieses Lacrimosa Album nicht.

Nein, es ist gewohnt ernsthaft, ernsthafter als die vergangenen Alben. Mit den letzten beiden Studioalben hatte ich persönlich so meine Probleme. Revolution und Sehnsucht waren nicht schlecht, aber nicht unbedingr das was ich mit Lacimosa verbinde und was ich mit der Band verbinde, spiegelt sich in Hoffnung deutlich besser wieder.

Das fängt schon mit dem Opener „Mondfeuer” an. Das immerhin gut 15 Minuten lange Stück, klingt zu beginn wie eine Oper. Zusammen dann mit dem einsetzenden Schlagzeug und den Gitarren bekommt der Song eine unglaubliche Wucht, das Ganze mit dem typischen, sehr präsenten Elektro-Bass-Sound.
Erst nach rund 8 Minuten hört man die Stimme von Thilo Wolff, die auch mehr erzählt als wirkich singt. Diese Mischung ist es, die ich mit Lacrimosa verbinde und die man so seit „Elodia“ in dieser Konzequenz nicht mehr gehört hat. Dazu ist das ganze Album unglaublich gut produziert, in dem Bereich ist die es nahezu perfekt. Egal ob der orchestrale Sound oder der rockige und die Stimme, also klingt einfach hervorragend und passt super zusammen.

Der zweite Track „Kaleidoskop” dürfte dem einen oder anderen schon bekannt sein. Er wurde auf den Jubiläumskonzerten schon live präsentiert. Besonderheit an dem Titel ist die Mischung aus deutschsprachigen Strophe und einglischsprachigen Refrain, den Anne Nurmi singt. Das ist okay, aber mir gefällt es besser wenn Lacrimosa bei der deutschen Sprache bleiben, es gibt kaum eine andere Band, die so gekonnt mit der deutschen Sprache umgeht. Auch enthält der Song wieder viele klassische Elemente, aber nicht in der Wucht wie der Opener. Kaleidoskop ist deutlich schneller und rockiger.

„Unterwelt”, der dritte Track, ist irgendwie wie „“Irgendein Arsch ist immer unterwegs nur mit anderen Worten. Ein Song, der Live richtig gut funktionieren kann. Nach meinem empfinden, der ein eher schwächerer Song, aber trotzdem auf hohem Niveau.

Die ersten drei Tracks zeigen eigentlich schon was einen noch in dem Album erwartet. Die Musik hat im Gegensatz zu den direkten Vörgängern wieder etwas an komplexität zugenommen und doch hat fast jeder Titel so einen Moment, in dem man eine leicht erkennbare Melodie findet. „Tränen der Liebe“ zum Beispiel könnte auch durchaus von einem früheren Werk stammen und das freut mich persönlich.

Mit Thunder and Lighting befindet sich auch rein englischsprachiger Titel auf Hoffnung, der wie üblich nur von Anne Nurmi gesungen wird. Eigentlich bin ich kein großer Fan der Songs, aber die Stimme von Anne Nurmi hat in den letzten deutlich an Volumen zugelegt, vielleicht liegt es an den besseren Produktionsmöglichkeiten, aber sie klingt einfach präsenter als auf den frühen Alben.

Ein Überraschung ist ein bisschen der Song „Keine Schatten mehr“, den man auch schon live hören konnte auf den Jubiläumskonzerten.Der Song ist extrem kurz und dennoch gefällt er mir ausgepsrochen gut, sowohl von der Musik als auch von Text. Das Glockenspiel zu beginn ist einfach super und das Bild von der rausgerissenen Blume ist einfach schön.

Der Song unterbricht die beiden Teile von „Der freie Fall – Apeiron“, ein Song der sich in seiner Gesamtlänge und dem vierfältigen Stimmungen innerhalbs des Songs an den Opener anschliesst und ein gelungener Abschluss des Albums ist.

Es ist das erste Lacrimosa Album seit längerem, das mir wieder richtig gut gefällt, das ich bestimmt auch oft hören werde. Es ist ein Album zum zuhören und eines, in das man selbst einiges hineininterpretieren kann. Es erinnert mich irgendwie ein wenig an die großen Lacrimosa Alben der Vergangenheit wie „Elodia“, „Echos“ oder „Fassade“ sowohl was die Sprache betrifft, als auch die Musik an sich.

Fans der alten Alben können endlich wieder bedenklos zugreifen, wer eher die Alben Lichtgestalt oder Revolution mag, sollte vielleicht nicht ganz so bedenkenlos zugreifen und falls doch, dann entspannt zurücklegen und die das hervorragende Album auf sich wirken lassen und genau zuhören.

Trackliste:
1. Mondfeuer
2. Kaleidoskop
3. Unterwelt
4. Die unbekannte Farbe
5. Der Kelch der Hoffnung
6. Thunder and Lightning
7. Tränen der Liebe
8. Der freie Fall – Apeiron, Pt 1
9. Keine Schatten mehr
10. Apeiron – Der freie Fall, Pt 2

DVD:
1. Lacrimosa Theme
2. Ich Bin Der Brennende Komet
3. Welcome To The Show
4. Schakal
5. Alleine Zu Zweit
6. Alles Lüge
7. Not Every Pain Hurts
8. Verloren
9. Ohne Dich Ist Alles Nichts
10. Weil Du Hilfe Brauchst
11. Apart
12. If The World Stood Still A Day
13. Feuerzug 1&2
14. Der Morgen Danach
15. Irgendein Arsch Ist Immer Unterwegs
16. Liebesspiel / Fassade 3
17. Rote Sinfonie
18. Revolution
19. Durch Nacht Und Flut
20. Stolzes Herz
21. Feuer
22. Lichtgestalt
23. Copycat
24. Credits

Das Album CD und als Premium mit einer DVD zusammen erschienen (Amazon, Poponaut). Natürlich aber auch als MP3 Download (iTunes, Amazon) erhältlich.

Weitere Informationen unter www.lacrimosa.de oder www.facebook.com/LacrimosaOfficial

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