„Radio DCS“ ist ein Duo aus Wien, dessen Musik man, so paradox das auch klingen mag, als zeitgemäßen Retro Dark Wave mit ausgeprägtem Pop-Appeal bezeichnen kann. Das liegt daran, dass Richard Pustina und Gert Brünner, die beiden Musiker von „Radio DCS“, in den heissgeliebten und vielgeschmähten 1980er Jahren aufwuchsen. Bands wie „Depeche Mode“ und „Sisters of Mercy“ feierten damals Erfolge mit elektronischen Beats und kühlen Synthesizerflächen. Ihr neuer Stil und Sound schuf die Grundlage für zukünftige Musikergenerationen. Zu denen gehörten damals auch zwei Burschen auf dem Sprung ins Teenagerdasein.
Die Bandnamen wechselten, die Bandmitglieder wechselten, auch der Erfolg erwies sich in diesem wechselhaften Biotop als launisches Geschöpf. Sobald aus kleineren Auftritten größere wurden, war wieder alles anders und es hieß: Gehen Sie nicht über Los!

Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz, die musikalische Vision zeigte sich über all die Jahre hinweg als leuchtender Fixstern: „Wichtig ist vor allem die Qualität der Songs. Elektronik ist uns eine große Hilfe, aber gut ist ein Song nur dann, wenn er auch allein mit Gesang und Klavier oder Gitarre funktioniert“, definiert Gitarrist und Sänger Richard Pustina die Grundvoraussetzungen der Musik von „Radio DCS“. Und weil er und sein „Partner in Sound“ Gert Brünner menschlich/musikalischer Kompromisse endgültig überdrüssig waren, beschlossen sie 2010 „zu zweit allein“ weiterzumachen.

Konsequenterweise warfen sie auch alle kompositorischen Altlasten über Bord und erfanden sich unter dem Namen „Radio DCS“ vollkommen neu. Schnell entstanden Songs, denen man die langjährige Erfahrung ihrer Macher anmerkt – und zwar im besten Sinne. Mit der Qualität des neuen Materials konnten sie sogar den deutschen Soundmagier Per-Anders Kurenbach als Produzenten für „I try my best to Mainstream“ gewinnen. Das Ergebnis der Zusammenarbeit sind 11 Songs, die auch Hörer mit sehr hochgesteckten Erwartungen mühelos überzeugen. Geschmeidige Beats treffen auf samtig dunklen 1980er Spirit. Zeitlos moderne Elektroniksounds kontrastieren mit mehrstimmigem Gesang. Ein guter Schuss Dark Wave, ein Hauch Gothic, edle Schwermut der romantischen Art, stets auf hohem Level. Den ebenso würdigen, wie überraschenden Abschluss des Albums bildet „Urgent“ von Foreigner. Wer diese Version gehört hat, kann nicht umhin, sich zu denken: Nach so vielen Jahren erfahren wir endlich, was für eine phantastische Dark Wave Band diese Foreigner doch waren!

Die Pointe der ganzen Geschichte ist: „Radio DCS“ hören eigentlich seit längerem weder „Sisters of Mercy“, noch „Depeche Mode“. Doch was sie als Jugendliche geprägt hat, ist längst Teil der eigenen Persönlichkeit geworden. Und also lautet die musikalische Erfolgsformel: „Radio DCS“ = 100% Authentizität.

Trackliste:
01. Start Here -> (Intro)
02. Voodoo Doll[Video]
03. Go To Hell
04. Surrender
05. The Reason
06. Little Stitch [Video]
07. Underground
08. Bizarre Visions
09. Natasha
10. Hard To Wait
11. Urgent

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